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Ich wurde gefragt ob ich auch Gastbeiträge machen würde, unter Anonym. Klar mache ich das! Wenn du deine Geschichte los werden möchtest und nicht erkannt werden willst, dann melde dich bei mir unter: ichmeinwas@gmail.com Wenn du bei Namen dieses Zeichen * sieht , heißt es das die Namen geändert worden sind, steht für volle Anonymität! Dein Text wird nicht geändert nur die Namen, solltest du dies nicht gemacht haben.

Hallo!

Mein Name ist *Mia, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Wien. Ich habe zwar meine ersten 2 Lebensjahre in Niederösterreich gewohnt, wurde aber in Wien geboren und wuchs auch in dieser Stadt auf.

Ich habe nicht sehr viele Hobbies. Am liebsten verbringe ich Zeit mit kleinen Kindern, ich babysitte gerne, hab Spaß am lernen und schreibe unheimlich gerne Texte. Ich denke, mein Talent ist es, meine Gefühle auf Papier zu bringen. Ansonsten gibt es nicht viel, das ich außergewöhnlich gut kann, wie zeichnen zum Beispiel, außer mich um Babys und Kinder zu kümmern.

Ich würde hier gerne meine Geschichte aufschreiben, was ich alles in meinen jungen Jahren erleben musste und wie ich damit gelebt habe und vor allem, wie ich mit allem fertig wurde…

…und was ich aus dem Leben bis jetzt gelernt habe !

Alles begann, als ich 8 Jahre alt war. Ich wohnte damals mit meiner Mama, meinem älteren Bruder und meinen beiden jüngeren Schwestern im 10. Bezirk (meine Eltern trennten sich als ich noch ganz klein war, was mich aber nie gestört hat, ich fand es immer ganz okay). Ich ging in der Alxingergasse in die Volksschule.

Damals war alles noch wunderschön, ich hatte viele Freunde, es gab niemanden in meiner Schule oder in meinem Umfeld, der mich nicht mochte. Ich hatte immer nur Einser im Zeugnis, war immer die Beste. Wir bekamen 2009 sogar einen kleinen Bruder, dies war der Sohn meines Vaters und meiner Stiefmutter.

Doch wie es das Schicksal so wollte, wendete sich das Blatt nach der 3. Klasse. Meine Mama sagte uns, dass wir in ein großes Haus nach Niederösterreich umziehen werden. Wir freuten uns natürlich und konnten es kaum erwarten. Doch einen Tag, bevor wir aus der Wohnung raus mussten, rief der Verkäufer des Hauses meine Mama an und sagte, dass er das Haus doch nicht verkaufen könne, da es einen Todesfall in seiner Familie gab. Nun standen wir ohne Zuhause da.

Meine Tante, *Birgit, nahm uns bei ihr auf. Dort ging es jedoch überhaupt nicht harmonisch zu. Ihr Ehemann schrie ständig herum und war andauernd genervt. Das Haus war eine Bruchbude und einfach nicht groß genug für 10 Leute.

Da wir mitten im Schuljahr in die neue Schule wechselten, hatten wir es dort auch sehr schwer. Wir wurden nicht akzeptiert und ständig heruntergemacht.

Als ich eines Tages beim Friseur war, verschnitt dieser mich und musste mir im Endeffekt die Haare ganz kurz schneiden, sodass ich sie nicht einmal zubinden konnte. Damit war ich die Lachnummer Nummer 1 und wurde nur noch gemobbt.

Nach etwa einem Jahr lernte meine Mama einen Typen namens Andreas kennen. Ich konnte ihn von Anfang an nicht leiden, irgendetwas gefiel mir nicht an ihm. Doch meine Mom verliebte sich in ihn. Also zogen wir wieder nach Wien, in seine Wohnung, die aber nur 2 Zimmer hatte. Wir lebten also zu 6. in einer 2-Zimmer-Wohnung. Meine Mom und Andreas dachten, sie würden für immer zusammen sein und könnten glücklich werden, sie sahen sich schon nach einer größeren Wohnung um. Doch ich wollte das nicht mitansehen und zog zu meinem Papa in den 22. Bezirk.

Als ich eines Tages an einem Samstag bei meiner Mom und ihrem neuen Freund war (meine Geschwister waren natürlich auch da), eskalierte die Situation zwischen den beiden Erwachsenen. Andreas schlug meine Mom echt heftig, woraufhin sie ihre vier Kinder nahm und so schnell wie möglich mit uns davonlief.

Wir hatten keinen Ort, an dem wir bleiben konnten. Wir vier Kinder schliefen ein paar Nächte bei unserem Papa, meine Mama schlief bei ihrer Schwester.

Doch das konnte nicht so weitergehen, also fasste meine Mom einen Beschluss. Sie ging mit uns zum Jugendamt und meine drei Geschwister (mein älterer Bruder und meine beiden jüngeren Schwestern) kamen in eine Wohngemeinschaft. Ich wohnte zu dieser Zeit noch bei meinem Papa, weshalb ich nicht in eine WG musste.

Diese Lösung sollte aber nicht für die Ewigkeit sein. Meine Mom brauchte nur eine Wohnung zu finden, dann konnten ihre Kinder wieder zu ihr.

Ich kam in eine neue Schule. Mein Start dort verlief aber echt schrecklich.

Ich hatte immer noch sehr kurze Haare. Dazu kam, dass ich diesen ganzen Stress und die ganze Situation mit Essen verdrängte. Ich wurde fett und zog mich an wie ein Junge. Ich war somit das Mobbingopfer Nummer 1.

Als ich 10 war, wurde ich dann von dem Bruder meiner einzigen Freundin missbraucht.

Ein paar Wochen danach kam ich ebenfalls in eine Wohngemeinschaft, da ich einfach nicht mit meiner Stiefmutter unter einem Dach leben konnte, der Grund dafür ist selbst mir unklar, da ich jetzt eine wunderbare Beziehung zu ihr habe.

Jedenfalls kam ich in eine WG, hatte also niemandem mehr. Ich konnte meine Eltern nur jedes Wochenende sehen, durfte nicht zu Freunden auf Besuch, es durfte auch niemand zu mir. Meine Geschwister hatten sich wenigstens untereinander, doch ich hatte nur mich selbst.

Ich verlor immer mehr den Kontakt zu Freunden, da ich niemanden besuchen durfte und keine Freiheiten hatte. Somit wurde ich zum Einzelgänger.

Meine Noten waren katastrophal. Ich war froh, wenn ich im Ganzjahreszeugnis keinen Fünfer, sondern nur um die 5 Vierer hatte. Das machte mich noch mehr fertig, da ich ja eigentlich eine Einserschülerin war.

Ich war am Ende….

Im September 2013 erfuhren wir, also meine Geschwister und ich, dass meine Mama endlich eine Wohnung gefunden hat. Sie musste nur noch hergerichtet werden, dann konnten wir endlich wieder als eine Familie zusammenleben.

Doch dann….

der nächste Schicksalsschlag….

…. am 19. September 2013 verstarb mein Vater.

Vier Jahre lang musste ich mitansehen, wie er unter seiner Zuckerkrankheit litt. Oft habe ich mitangesehen, wie er krampfte und schrie, wenn er einen Zuckerkrampf hatte. Das waren schreckliche, furchteinflößende Momente. Diese Horrorbilder werde ich niemals wieder aus meinem Kopf bekommen.

Als wir dann erfuhren, dass er an einer Thrombose starb, war es aus. Ich wurde depressiv und verlor die Lust am Leben. Ich vergaß, wie man lacht, ich wusste einfach nicht mehr, wie das gehen sollte.

Doch diese grauenvollen Dinge waren noch nicht genug.

Etwa 2 Monaten nach dem Tod meines Papas tauchte ein peinliches Video von mir in meiner Schule auf. Es ging herum und ich wurde ständig angestarrt und ausgelacht.

Ich war am Abgrund. Ich konnte da alleine nicht mehr hinaus. Das Leben war die reinste Folter für mich. Manchmal dachte ich mir sogar, dass ich sterben möchte.

Der einzige Grund, weshalb ich kämpfte, war meine Mama! Ich konnte sie nicht einfach verlassen und alleine lassen. Ich musste für sie da sein! Ich musste für sie kämpfen!!

Also machte ich eine Psychotherapie. Ein Jahr lang begleitete mich meine Therapeutin durch diese schwere Zeit.

Aber nicht nur durch sie fing ich an, wieder einen Grund für mein Dasein zu finden. Auch meine Freunde und vor allem mein Klassenvorstand gaben mir Halt und Kraft, um weiterzukämpfen. Sie ließen mich wissen, dass sie mich lieben und das gab mir Kraft, Halt und den Mut, mein Leben weiterzuleben.

Meine allerbeste Freundin *Vivianne war es, die mir zeigte, glücklich zu sein und wie man sein Leben auskostet. Ich musste sehr früh anfangen, Verantwortung zu übernehmen, als ich noch in der WG war. Dort musste ich alles selbst regeln. Ich hatte nie die Zeit, ein Kind zu sein.

Doch durch meinen Engel *Vivanne kann ich mein Leben jetzt genießen. Ich kann fort gehen und Dinge wagen. Ich habe mit ihr so unheimlich viel Spaß und wir erleben die wunderschönsten Dinge.

Als ich langsam wieder zu mir selbst fand, wechselte ich die Schule. Ich gehe jetzt in eine Sozialfachschule und hatte einen wunderbaren Start. Ich bin jetzt richtig beliebt und werden von allen gemocht.

Meine Noten sind super, ich habe einen Notendurchschnitt von 1.0!

Mein Leben hat sich endlich zum Guten gewandt!

Ich kann jetzt wieder sagen: Ich bin GLÜCKLICH! Ich lebe gerne!

Das habe ich alles meiner wunderbaren Mama und meinen einzigartigen Freunden zu verdanken!

Ich bin erst 16 Jahre alt und habe eigentlich schon alles erlebt. Grauenhafte Dinge…

Doch irgendwie denke ich, dass ich ohne diese Erfahrungen niemals mit diesem Alter schon so reif geworden wäre.

Ich habe ein Ziel vor Augen, ich möchte es mir zum Beruf machen, anderen Leuten das Leben zu retten, für arme Menschen da zu sein und ich möchte FÜR DIE GERECHTIGKEIT KÄMPFMEN!!

Es passieren zu viele schreckliche Dinge auf dieser Welt, die Menschen sind bösartige Wesen. Ich möchte Frieden auf der Welt und ich werde auch dafür kämpfen!

Hätte ich all diese schrecklichen und traumatisierenden Dinge in meinem Leben nicht erlebt, wüsste ich nicht, ob mir dieses Licht aufgegangen wäre.

Ich denke, dass alles im Leben einen Grund hat. Wenn auch einen, den wir nicht verstehen…

Doch ich werde mein Leben damit verbringen, die Antwort auf die WARUM-Frage zu finden!

Damit endlich Frieden auf der Welt herrscht!

Dein Anonymos

Ich bedanke mich für diesen Gastbeitrag, ganz Herlzlich bei *Mia und dem Bloggerherz hier! Ich hoffe euch hat der Beitrag gefallen – bzw. bewundert ihr sie, das sie wirklich so offen geschrieben hat !

XoXo Michi XoXo

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