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Jedes Jahr nach dem ersten Frühlingsvollmond ist es so weit: Wir feiern Ostern. Ein Fest, das von Christen der ganzen Welt gefeiert wird. Doch wie wird Ostern in anderen Ländern zelebriert? Gibt es besondere Bräuche, oder ist Ostern in vielen Ländern sehr ähnlich zu dem Ostern, das wir kennen?

Mit den Fragen habe ich mich befasst und möchte euch jetzt auf eine österliche Weltreise entführen.

Deutschland

Beginnen wir in unserem Heimatland. Hier gibt es regional viele unterschiedliche Bräuche, aber eines haben die meisten Gemeinden gemein: An Karfreitag und Karsamstag ersetzen die Ratschen (vielerorts auch Klappern oder Räppeln genannt) die Kirchenglocken. Meist sind es die Ministranten, die dafür verantwortlich sind. Sie treffen sich an der Kirche und sorgen zu bestimmten Uhrzeiten dafür, dass die Ratschen erklingen.

Der Brauch geht übrigens bis ins 15. Jahrhundert zurück – im Jahr 1482 wurde er das erste Mal schriftlich in Coburg erwähnt.

Am Ostersonntag kommt der Osterhase zu den Familien und bringt gefärbte Ostereier, Süßigkeiten, und inzwischen auch immer öfter größere Geschenke. Davon kann man halten, was man will – mir persönlich ist das klassische Osternest mit Schokolade und Eiern am liebsten.

Die Nester werden oft im Garten versteckt. Und frühmorgens gibt es das Osterfrühstück bzw. den Osterbrunch. Hier werden die geweihten Speisen (klassischerweise Brot, Schinken, Ostereier und auch das Osterlamm) gegessen. In vielen Familien wird dazu eine Osterkerze angezündet. Die wird meist davor gebastelt und in der Osternacht oder in der Messe am Sonntag gesegnet.

Schweiz

Weiter geht es in unser südliches Nachbarland die Schweiz. Hier sind die meisten der deutschen Bräuche auch vertreten. In einigen Regionen gibt es allerdings Besonderheiten. Zum Beispiel in und um Luzern. Hier finden jedes Jahr die Osterfestspiele und ein großes Osterkonzert statt.

Ebenfalls sehr bekannt ist das so genannte „Zwänzgerle“. Dieser Brauch ist in Zürich sehr verbreitet. Die Kinder halten ein Osterei in der Hand, in das der Erwachsene versucht, ein Zwanzigrappenstück zu werfen, sodass es stecken bleibt. Prallt die Münze ab, gewinnt das Kind das Ei und die Zwanzig Rappen. Bleibt es stecken, gehören beide Gegenstände dem Werfer.

Italien

Es geht noch weiter südlich in eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. Dort werden um die Osterzeit, oft auch schon am Palmsonntag (Sonntag vor Ostern) zahlreiche Prozessionen abgehalten.

Am Ostermontag ist der Höhepunkt des italienischen Osterfestes erreicht. Traditionell wird dort „Pasquetta“, kleine Ostern, gefeiert. Dazu gehen viele Familien picknicken oder unternehmen einen Ausflug. Traditionelle Speise an diesem Tag ist die „Torta di Pasquetta“, ein herzhafter Kuchen mit Spinat und Ei. Der schmeckt sowohl warm als auch kalt. Außerdem gibt es die so genannte Ostertaube, einen Gugelhupf, der ähnlich unseres Osterlamms nur zu Ostern gebacken wird.

Spanien

Bleiben wir im Süden und schauen in ein weiteres beliebtes Reiseziel: nach Spanien.

Auch hier gibt es zahlreiche Prozessionen in der Karwoche (spanisch: Semana Santa). Häufig ziehen die Gläubigen dort an mehreren Tagen der Woche durch die Straßen und beten.

An manchen Regionen in Kastilien wird zu Ostern eine große Strohpuppe, ähnlich unserem Osterfeuer, verbrannt. Auf Mallorca kennt man ebenfalls das traditionelle Ostermontagspicknick aus Italien.

USA

Ihr wolltet immer schon mal in den Garten des Weißen Hauses? Dann ist Ostern der perfekte Zeitpunkt dafür. Denn am Ostersonntag findet hier der „Easter Egg Roll“ statt. Familien können hier auf Ostereiersuche gehen und das traditionelle Eierrollen spielen. Das ist ein Spiel, in dem das Ei gewinnt, das am längsten rollt.

In Amerika finden außerdem zahlreiche Osterparaden statt. Die bekannteste und größte Parade findet in New York statt.

Großbritannien

Der Gründonnerstag ist in Olney (nahe Northampton) auch als „Pancake Thursday“ bekannt. An diesem Tag finden daher Pfannkuchenrennen statt. Ähnlich dem Easter Egg Roll werden hier Pfannkuchen ins Rennen geschickt. Den Brauch gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Irland

Die Zeit bis Ostersonntag ist in Irland traditionell eher still. Zum Ende der Fastenzeit finden dann aber zahlreiche Tanzwettbewerbe auf den Straßen statt. Oft bekommt der Gewinner einen Kuchen.

Sehr bekannt ist auch das Heringsbegräbnis in manchen Orten. Hier werden Heringe zu Grabe getragen, um zu symbolisieren, dass die strenge Fastenzeit nun zu Ende ist.

Schottland

In Schottland werden auf den Hügeln zahlreiche Osterfeuer entfacht. Das ist wohl ein Überbleibsel aus der Zeit der Kelten, die so den Frühlingsbeginn bzw. die Tag- und Nachtgleiche feierten.

Schweden

In Schweden werden die Wohnungen mit Birkenzweigen und Federn dekoriert. Dabei dürfen die Federn gern bunt sein.

Am Gründonnerstag ziehen Kinder mit langen Röcken und Kopftüchern verkleidet als Osterweiber von Haus zu Haus und hinterlassen Osterbriefe. Hierzu werden oft vorgefertigte Zeichnungen ausgemalt oder Bilder gezeichnet. Als Gegenleistung erhoffen sich die Kinder Süßigkeiten oder Geld.

Wusstet ihr, dass in Schweden die Osterküken die Ostereier bringen?

Finnland

In Finnland wird durch Ostern auch der Winter vertrieben. Kinder laufen am Ostersonntag durch die Straßen und machen so viel Lärm wie möglich, um die kalte Jahreszeit zu vertreiben.

Außerdem gibt es in Finnland die so genannte Birkenrute. Damit klopfen sich Freunde und Verwandte gegenseitig auf den Rücken. Das soll an die Folterungen erinnern, die Jesus erlitten hat und zugleich für Glück sorgen.

Lateinamerika

Da Ostern in Lateinamerika auf den Herbst fällt, werden vielerorts Altäre aufgestellt und mit Obst geschmückt.

Australien & Neuseeland

Hier ist der Osterhase nicht sehr beliebt. Das liegt daran, dass die Kaninchen, die ursprünglich nicht in Australien lebten, durch die Europäer aber nach und nach eingeführt wurden, viele einheimische Pflanzen zerstört und Tierarten ausgerottet haben. Vielerorts bringt daher statt dem Osterhasen der Bilby die Eier.

In Neuseeland übernimmt das Bringen der Ostereier der Kiwi.

Oft gibt es daher in den beiden Ländern in Supermärkten Schokoladenfiguren in Form von Bilbies, Kiwis und Hasen.

Afrika

In den meisten Ländern Afrikas wird Ostern als großes Familienfest gefeiert. Hier gibt es keine Ostereier, allerdings dafür ein großes Ostermahl.

Traditionell gibt es dazu Fufu, einen Brei aus Mais und Kochbananen. Auch andere tradionelle Gerichte kommen gern auf den Tisch.

Wusstet ihr, dass die Messe zu Ostern hier vielerorts bis zu vier Stunden dauert?

Wie feiert ihr euer Ostern? Ich bin gespannt auf eure Bräuche!

Responses

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  1. Christian Gera/Bloggerherz & Freizeitcafe Gründer

    Hallo @altmuehltaltipps – das ist echt ein toller Oster-Artikel! Schön, dass Du bei uns bist! Wir gehen hier in Bochum/Herne das ganze so an, dass wir beispielsweise Kinder auf die Ostereier-Suche schicken. Beispiel hier: http://www.freizeitcafe.info/unterstuetzt-morgen-die-arminia-holsterhausen-bei-der-eiersuche-petition-unterschreiben/

    Abgerundet wird das dann mit schönen Osterfeuern Abends im Kreise der Familie und reichhaltigem Essen (Karfreitag Fisch, Sonntag/Montags Braten etc.).

    Bin gespannt, wie die anderen Bloggerherzen hier feiern… LG aus Bochum, Chris vom Bloggerherz.

    1. Altmuehltaltipps Post author

      Danke Christian! 🙂
      Das mit der Ostereiersuche liest sich toll – super Aktion!

      Osterfeuer gibt es bei uns in der Gegend leider gar nicht. Im fränkischen Raum sind immer sehr spektakuläre Osterbrunnen, die sich viele Familien im Rahmen eines Ausflugs ansehen 😉 Finde ich auch einen sehr schönen Brauch …